Heilig-Jahr-Wallfahrt nach Rom: Interview mit Jeremias Schröder, Abtprimas der Benediktiner

Abtprimas Jeremias Schröder spricht über Situation und Chancen des Ordenslebens heute. Herausforderungen sind die Profilierung der Ordensfrauen in der benediktinischen Welt, und die Digitalisierung. Spirituelle Bedeutung des „Pilgerns der Hoffnung“.

Vom 7. bis 10. Oktober fand in Rom das Treffen der Ordensleute zum Heiligen Jahr statt. Aus diesem Anlass führte Stefanie Merlin aus der Arbeitsgruppe Public Relations (AGPR) der DOK in der Abtei und Hochschule Sant’Anselmo in Rom ein Interview mit dem Abtprimas der Benediktiner, Jeremias Schröder OSB.

Im Gespräch erläuterte der Abtprimas die Hauptaufgaben seines Amtes: Er verstehe sich vor allem als Verbindungsglied zwischen den einzelnen Benediktinerkongregationen weltweit und als Vertreter des Ordens in Kirche und Gesellschaft. Ein wichtiger Ort seiner Arbeit ist Sant’Anselmo, die internationale Hochschule des Benediktinerordens in Rom. Hier, so Abtprimas Jeremias, gehe es darum, den Spagat zwischen Tradition und Moderne zu meistern. Themen wie Modernisierung, Digitalisierung und der Umgang mit Künstlicher Intelligenz stellen die Gemeinschaft vor neue Herausforderungen – und bieten zugleich Chancen für das monastische Leben von heute.

Besonders am Herzen liegt ihm die Stärkung der Ordensfrauen innerhalb der benediktinischen Familie. Es brauche mehr Bildungs- und Begegnungsangebote, um ihre Stimme und ihr Wirken weiter zu fördern. Mit Blick auf die Zukunft der Orden zeigte sich Schröder zuversichtlich: In Regionen wie Indien, Vietnam und Teilen Afrikas wachse das Ordensleben dynamisch, und das spirituelle wie kulturelle Erbe des Ordens werde dort lebendig weitergetragen.

Das Motto des Heiligen Jahres „Pilger der Hoffnung“ deutet der Abtprimas ganz persönlich: Es bedeute für ihn die Bereitschaft zum Aufbrechen, um Neues zu wagen und sich immer wieder von Gott führen zu lassen.

Das Interview auf unserem YouTube-Kanal