Die Oblatinnen der Makellosen Jungfrau Maria

Sommerartikelreihe: Spiritualität, Werke und Ausstrahlung kleiner Gemeinschaften

“Denn wo zwei oder drei in meinem Namen versammelt sind, da bin ich mitten unter ihnen.” (Mt. 18,20). Nicht selten zählen selbständige Klöster oder Ordensniederlassungen nur wenige Mitglieder – manchmal sind es tatsächlich eher „zwei oder drei“ als mehrere Dutzend. Aber genau diese Verheißung Christi, in ihrer Mitte gegenwärtig zu sein, lässt viele kleine Gemeinschaften auf besondere Weise ausstrahlen.

Dabei sind sie so vielfältig wie die Kirche selbst. Sie prägen eine bunte Landschaft aus Spiritualitäten, Charismen, Werken und Missionen. Während einige ihren Schwerpunkt auf Bildung und die Vertiefung des Glaubenswissens legen, widmen sich andere der praktischen Unterstützung von Familien oder vielfältigen Formen geistlicher Begleitung. In unserer Sommerreihe möchten wir einige dieser kleinen Gemeinschaften in Deutschland vorstellen. Dabei richten wir den Blick auf das oft stille und unscheinbare, zugleich aber wirkungsvolle Wirken Gottes durch Menschen, die sich in seinen Dienst stellen. Sie bauen am Reich Gottes auf Erden mit.

Die zweite Gemeinschaft hat ihre Wurzeln im Charisma der Oblatenmissionare (OMI). Im Herzen einer Handvoll Frauen brannte der Wunsch, genau wie der Heilige Eugen von Mazenod zu den Armen zu gehen, um das Evangelium zu verkünden.

©Sr. Kathrin

Oblatinnen der Makellosen Jungfrau Maria

Die Oblatinnen Makellosen Jungfrau Maria sind eine geistlich, missionarisch geprägte Gemeinschaft. Die 23 Schwestern kommen aus neun Nationen (aus Europa, Südamerika und Asien) und leben eine bunte Internationalität. „Die Oblatenmissionare sind in vielen Ländern vertreten. Wenn die Oblaten von uns hören, dann fragen sie uns oft an, ob wir auch in ihren Ländern eine Niederlassung gründen möchten.“ berichtet Sr. Kathrin Vogt aus Deutschland. Aktuell ist die Gemeinschaft in Spanien, Deutschland und in Peru. Im September 2026 ist das 25.-jähirge Jubiläum der Ordensregeln.

Fast 30 Jahre nach ihrer Gründung ist es auch ein Moment sich intensiv mit den Ordensregeln zu befassen. Der Charismatische Ursprung der Regel liegt bei den Oblatenmissionaren (Oblaten der Makellosen Jungfrau Maria – OMI). Die Oblatinnen haben dazu intern einen Vertiefungsprozess angestoßen. Persönliche Kommentare, Erfahrungen und Reflektionen zur Ordensregel sollen gesammelt und ausgetauscht werden.


Die Oblatinnen in Deutschland

Die Gemeinschaft möchte „nah bei den Menschen“ sein. Seit 2017 leben und arbeiten die Schwestern auch im Münsterland (NRW). Jede Schwester hat einen Beruf. Sr. Kathrin arbeitet als Pastoralreferentin in der Pfarrei und ist besonders in der Familienpastoral eingesetzt. Sr. Kristin ist als Religionslehrerin und in der Schulseelsorge tätig. Sr. Lisa arbeitet in der regionalen Flüchtlingsberatung und Sr. Melánia aus der Slowakei ist Deutschlehrerin und gibt Integrationskurse. Ehrenamtlich ist sie auch in der Gefängnisseelsorge aktiv.

Der Bereich der Jugendarbeit ist für die Gemeinschaft ein besonderes Anliegen. Auch jetzt im Sommer organisieren sie wieder Angebote für jüngere Kinder und für Jugendliche.

© Sr. Kathrin

Der Alltag ist von der Tätigkeit der jeweiligen Schwester geprägt. Zu den Gebetszeiten am Morgen und am Abend kommen aber alle zusammen und auch die tägliche Eucharistiefeier in der Gemeinde ist ein fester Teil des Tages. Einmal im Monat gibt es außerdem einen Einkehrtag, der von Stille und einem geistlichen Impuls geprägt ist. Hinzu kommen die persönlichen Gebetszeiten. Ganz besonders wichtig ist den Schwestern auch der Austausch untereinander, dafür gibt es u.a. Gelegenheit bei den gemeinsamen Mahlzeiten.

Beiträge auf der Internetseite der Gemeinschaft berichten von der Freude an der Arbeit und der Mission. Für die kirchliche Arbeit in Deutschland wünscht sich Sr. Kathrin: „dass die Menschen die Freude am Glauben ausstrahlen, so dass das Umfeld sehen kann, es lohnt sich dabei zu sein.“ Ermüdend findet Sie die Diskussionen um Strukturen. Wichtiger seien prägende Glaubenserfahrung in der Gemeinschaft


Internationaler Ruf

Neue Projekte in der Kongregation entstehen oft durch persönliche Charismen und Leidenschaft. Die Einladung aus Deutschland, in der Schule der Oblaten mitzuarbeiten und sich in der Jugendarbeit einzubringen, fand bei den deutschen Schwestern des Ordens großen Anklang und so entstand die erste Niederlassung, damals mit zwei Deutschen und einer Spanischen Schwester in Deutschland. Auch die Kontakte nach Peru bestanden schon lange vor der Eröffnung des ersten Hauses der Oblatinnen.

© Sr. Kathrin

Die meisten Schwestern haben vor ihrem Eintritt bereits ein Studium oder eine Ausbildung hinter sich, sodass sie gleich ihre erlernten Fähigkeiten einsetzen können. Viele von ihnen sind im Bereich der Theologie oder der Religionspädagogik tätig. Für die persönliche Entwicklung ist es unabdingbar, dass alle Schwestern ein Studium, oder eine Ausbildung haben. Außerdem sind die Berufe auch die finanzielle Grundlage der Gemeinschaft.

„Wenn jemand bei uns mitmachen möchte, dann sollte er Freude am Glauben und an Jesus Christus haben.“ sagt Sr. Kathrin. Die Oblatinnen sehen ihre Berufung darin, das Evangelium lebensnah zu verkündigen und auf die Menschen zuzugehen. Wie auch der Heilige Eugen von Mazenod möchten sie sich von der „Not der Zeit“ berühren lassen und daraus den Mut und die Kraft schöpfen die „Frohe Botschaft“ zu leben.