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Kolumne: Heimatlosigkeit

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Das Leben in einer Kultur, deren einzig verbindliches Wesensmerkmal die ständige Veränderung zu sein scheint, stellt den Menschen vor die Aufgabe, sich fortlaufend neu zu orientieren und ohne unveränderliche Fixpunkte leben zu können. Unsere Kultur der Unvorhersehbarkeit und ständigen Veränderung verlangt uns allen viel – manchmal zu viel – ab und stellt in Frage, was wir für unsere psychische und soziale Gesundheit brauchen: das Gefühl der Beheimatung, eine Heimat.

Es geht dabei nicht so sehr um einen geografischen Ort, sondern vielmehr um einen Punkt in der inneren Geografie jedes Menschen, an dem wir uns festhalten und festmachen können. Denn Heimat verbindet sich immer mit Verlässlichkeit und Beständigkeit in der Zeit, mit Gerüchen, Bildern, Stimmungen und Gefühlslagen, die wie Felsen in der Brandung des Lebens Halt geben. Heimat ist genau das, was uns in unserer Geworfenheit in die Welt ein wenig Sicherheit gibt.

Es ist daher nicht verwunderlich, dass heute so viele Menschen, unabhängig von ihrem Alter, an innerer Heimatlosigkeit leiden – Menschen, die zwar im materiellen Sinne des Wortes eine Heimat besitzen, in ihrem Leben aber halt- und heimatlos geworden sind. Die Welt, die ihnen Sicherheit gab, ist verschwunden; die Welt, die sie umgibt, ist zu schnell für sie, zu veränderlich, nicht wiedererkennbar, undurchschaubar, unzuverlässig und angstmachend.

Kann Kirche hier helfen? Pastoral sollte meines Erachtens verstärkt darauf abzielen, Lebensräume zu schaffen, in denen Menschen verlässliche Beziehungen und sichere Orte finden und an diesen Orten die Gegenwart Gottes zu erspüren, der allen Menschen Heimat ist. Ohne Vorbedingungen und Infragestellung Menschen einen Platz zu schaffen, an dem sie willkommen sind und sich beheimatet fühlen können, ist eine zentrale Aufgabe für Christinnen und Christen in Zeiten sich verschärfender Heimatlosigkeit.

Sind wir als Ordensleute, egal welchen Alters, nicht gerade dazu berufen, Lebensräume zu schaffen und anzubieten, die nach Heimat und zu Hause riechen und schmecken?

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