www.angelika-kamlage.deLiebe Leserinnen und Leser,
Im Gespräch mit einer Mitschwester wurde ich an ein Buch mit dem Titel „Unter der Asche ein heimliches Feuer“ erinnert. Konkrete Erinnerungen an den Inhalt fehlen mir, aber ich fand es immer ein passendes Bild für meinen Glauben: Oft ist er eine Glut, verborgen unter der Asche, die – meist unerwartet – immer mal wieder als ein warmes, leuchtendes Feuer meiner Liebe zu Gott und Christus aufflammt.
Abends bei den Nachrichten bekam dieses Bild eine ganz neue Bedeutung: Der Waldbrand im Hohes Venn war ein Torffeuer. Es wurde gezeigt, wie sich das Feuer unter der Erde – unsichtbar für unser Auge – weiterverbreitet. Allerdings ist ein unheimliches Feuer: Es ist lange nicht sicher, ob nicht irgendwo das Feuer wieder auflodert und seine zerstörerische Kraft austobt.
Das ist der Unterschied: Das Feuer der Liebe zu Gott und Christus ist heilend und belebt, das Torffeuer aber ist kaum zu kontrollieren und zerstört sein Umfeld. So stelle ich mir die Wirkung von Hass und Unzufriedenheit vor: Unter cder Oberfläche, oft nicht wahrgenommen, fressen sie sich in die Menschen hinein, bis sie unkontrollierbar ausbrechen und ihr Umfeld radikal zerstören.
Wir erleben in den letzten Jahren vermehrt Ausbrüche solcher Gewalt. Viele unschuldige Menschen haben dadurch ihr Leben verloren. Es zerstört unser Gefühl von relativer Sicherheit. Das und die unsichere wirtschaftliche Lage führen zu Angst, Hilflosigkeit und Wut, die unter der Oberfläche wandern und nichts Heilsames, sondern Leben-Zerstörendes in sich tragen. Statt Lösungen werden Sündenböcke gesucht, statt nach innen wird der Blick nach außen gerichtet. Doch: Liegen die konstruktiveren Lösungen nicht in der Auseinandersetzung mit uns selbst?
Wie sehr wünsche ich mir, dass unser Glaubensfeuer auf diese Angst, Unzufriedenheit, Hilflosigkeit, Wut und Hass trifft und sie verwandelt in eine Kraft, die Leben schafft, schützt und fördert! Denn trotz allem glaube ich an diese Kraft unseres Glaubens und unseres Gottes.