www.angelika-kamlage.deManchmal bekommen wir etwas geschenkt, mit dem wir nicht gerechnet haben. Genau das ist mir auf einer Reise nach Assisi passiert.
Mit einer Gruppe war ich auf den Spuren des heiligen Franziskus und der heiligen Klara unterwegs. Wir erfuhren viel über ihr Leben und stellten uns immer wieder die Frage: Was kann ihre Botschaft heute für uns bedeuten?
Besonders berührt hat mich unser Miteinander. Am Ende der Reise sagte ein Teilnehmer: „Wir sind von vielen Ichs zu einem Wir geworden.“ Dieser Satz beschreibt sehr treffend, was wir gemeinsam erlebt haben.
Deshalb möchte ich andere ermutigen: Schaut euch Franziskus von Assisi genauer an! Er hat Gott gefunden und das Evangelium gelebt. Es lohnt sich, seine Lebensgeschichte und seine Werte kennenzulernen. Franziskus hatte den einzelnen Menschen im Blick. Er erinnert uns daran, achtsam miteinander umzugehen, Frieden zu stiften, die Schöpfung zu bewahren und besonders diejenigen wahrzunehmen, die unsere Hilfe benötigen oder am Rand der Gesellschaft stehen.
Wenn wir diese Werte nicht nur kennen, sondern verinnerlichen und gemeinsam leben, können sie zu einer guten Grundlage für unser tägliches Handeln werden. Dann stellen sich konkrete Fragen: Wie begegne ich meinen Mitmenschen? Nehme ich jeden Einzelnen wahr? Höre ich aufmerksam zu? Begegne ich anderen auf Augenhöhe – unabhängig von ihrer Herkunft, Religion, Aufgabe oder Lebensgeschichte?
Jeder Mensch soll spüren: Ich werde gesehen. Ich werde ernst genommen. Ich werde mit Achtung und Würde behandelt.
Franziskus lädt uns ein, nicht nur über diese Werte zu sprechen. Wir können sie im Alltag sichtbar und erfahrbar machen – durch unsere Worte, unsere Entscheidungen, unsere Aufmerksamkeit und manchmal schon durch ein freundliches Lächeln.
Genau das haben wir auf unserer Reise erfahren. Franziskus hat unsere Herzen und Seelen berührt. Seine Botschaft lebt – auch 800 Jahre später.