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Kolumne: Man hört nur mit dem Herzen gut

©Sr. Elisabeth Biela

Nach den Wahlen in Magdeburg, Berlin und Sachsen-Anhalt, stehe ich vor großen Fragen. WARUM? Was bewegt die Mitmenschen? Wie konnte es dazu kommen? Haben wir es nicht kommen sehen? Haben unsere Politiker denn nicht begriffen, was die Menschen bewegt? Was die Menschen immer wieder sagen, ist: „Man hört uns nicht zu.“

Hören wir zu? Hören wir mit dem Herzen oder mit verstaubten Ohren? Hören wir, was wir hören wollen und unsere eigene Meinung wiedergibt? Wie höre ich zu? Höre ich, was die Menschen sagen oder sagen möchten?

Der kleine Prinz sagt: „Man sieht nur mit dem Herzen gut.“ Das stimmt auch für das Hören. Vor Jahren lass ich eine Geschichte über einen jungen Mann der in psychologischer Begleitung war. Die Quintessenz der Geschichte liest sich wie ein Schrei nach angehört werden: Bitte, höre, was ich nicht sage!

Hören wir, was nicht gesagt ist? Vielleicht, wenn wir mit dem Herzen hören, hören wir auch das, was im tiefsten Inneren des Menschen an Liebe, an Sehnsucht, an Leid, an Verzweiflung, an Angst, liegt: für viele der Wunsch, gehört zu werden! Wir reden in der Kirche viel von „Synodalität“. Immer wieder geht es um das rechte Hören, das Hören auf den Geist, der in und durch mein Gegenüber spricht. Das heißt mit dem Herzen hören. Denn dann verstummen unsere inneren Stimmen, unsere eigenen Ideen, unsere Sehnsucht, und wir werden befähigt, den Menschen zu verstehen, und wir entdecken wer er in Wahrheit ist.

Die Heilige Schrift lädt uns immer wieder ein, zu hören. Shema Israel, Höre Israel, nicht mit dem äußeren Ohr, sondern mit dem inneren, dem Herzen. Maria hört die Stimme des Geistes tief in ihrem Inneren und kann „ja“ sagen. Jesus heilt nicht nur, sondern fragt immer wieder: „Was ist es, das ich dir tun soll“, welche ist deine tiefste Sehnsucht? Und er hört, was nicht gesagt wurde, deine Sünden sind dir vergeben. Lernen wir neu, auf den Geist in meiner Schwester, meinem Bruder zu hören.

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