{"id":1454,"date":"2020-06-29T09:00:00","date_gmt":"2020-06-29T07:00:00","guid":{"rendered":"https:\/\/test-wuwei.de\/orden\/?post_type=aktuelles&#038;p=1454"},"modified":"2025-08-21T09:19:02","modified_gmt":"2025-08-21T07:19:02","slug":"fuelle-in-der-verordneten-leere-reflexionen-ueber-ostererfahrungen-waehrend-der-corona-krise","status":"publish","type":"meldung","link":"https:\/\/test-wuwei.de\/orden\/meldung\/fuelle-in-der-verordneten-leere-reflexionen-ueber-ostererfahrungen-waehrend-der-corona-krise\/","title":{"rendered":"F\u00fclle in der verordneten Leere &#8211; Reflexionen \u00fcber Ostererfahrungen w\u00e4hrend der Corona-Krise"},"content":{"rendered":"\n<h2 class=\"wp-block-heading has-medium-font-size\"><strong>Ein Text der Gruppe \u201eOrdensfrauen f\u00fcr Menschenw\u00fcrde\u201c.<\/strong><\/h2>\n\n\n\n<p>Der nachstehende Text stammt von zehn Ordensfrauen der Gruppe\u00a0\u201eOrdensfrauen f\u00fcr Menschenw\u00fcrde\u201c. Diese Gruppe hat sich im Herbst 2018 in M\u00fcnchen angesichts von Herausforderungen, vor denen sie die Gesellschaft und die Kirche stehen sehen, gebildet. Die Ordensfrauen dieser Gruppe kommen aus vier verschiedenen Ordensgemeinschaften.<\/p>\n\n\n\n<p>Die Schwestern reflektieren in diesem Schreiben Erfahrungen der Corona-Pandemie. Sie betreffen besonders die Themenkreise Sakramentenverst\u00e4ndnis, Eucharistieverst\u00e4ndnis und Amtsverst\u00e4ndnis, bzw. Priesterbild. Als Ordensfrauen beleuchten die Mitglieder der Gruppe ihre Gemeinschaftserfahrungen und reflektieren die Frage nach einer alltagstauglichen Begegnung mit Gott, anstelle einer rein ritualisierten Religionspraxis.<\/p>\n\n\n\n<p>Die Ordensfrauen betonen, dass die in dem Schreiben zum Ausdruck gebrachten Forderungen keineswegs neu seien und seit Jahrzehnten von vielen Menschen immer wieder in den theologischen wie den kirchenamtlichen Diskurs eingespeist w\u00fcrden. Allerdings seien sie nun durch Corona in einer neuen Weise relevant.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Im Folgenden der vollst\u00e4ndige Text:<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p><em>\u201cWir hatten alles geplant. Wir hatten uns um einen Priester bem\u00fcht, weil das nach den Regeln der katholischen Kirche so zu sein hat. Doch dann kam ganz \u00fcberraschend und sehr kurzfristig (\u2026) die Absage und wir standen vor der Situation, nun selbst feiern zu m\u00fcssen, sollen, d\u00fcrfen, k\u00f6nnen\u2026\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n<p>So beschreibt eine Ordensfrau die Tage kurz vor Ostern. Viele Gl\u00e4ubige und viele Schwesterngemeinschaften teilen solche besonderen Kar- und Ostererfahrungen w\u00e4hrend der Corona-Krise 2020, als alle \u00f6ffentlichen Gottesdienste abgesagt waren und in vielen Frauengemeinschaften die Feier der Eucharistie mit einem externen Zelebranten kurzfristig untersagt war.<\/p>\n\n\n\n<p>In der Corona-Krise hatten wir keine Wahl und genau das er\u00f6ffnete echte Alternativen<strong>.&nbsp;<\/strong>Mit dem Bruch und Wegfall des Vertrauten &#8211; manchmal auch Eingefahrenen &#8211; entstand zun\u00e4chst Leere und dann Raum f\u00fcr einen Diskurs und ein gemeinsames Suchen. Wie kann es gehen? Was ist uns wichtig? Was ist f\u00fcr unseren Glauben und die Feier unseres Glaubens zentral? Und die oft begrenzende Frage: was ist erlaubt?<\/p>\n\n\n\n<p>Als Ordensfrauen k\u00f6nnen wir unser gesamtes Leben selbst verantworten, organisieren und durchf\u00fchren \u2013 gerade auch in geistlichen Belangen \u2013 aber die Eucharistiefeier nicht. Einer Priorin\/ Oberin steht die geistliche Leitung einer Gemeinschaft zu \u2013 aber nicht der Vorsitz bei der Eucharistiefeier. Welches Gemeindebild, welches Priesterbild und welches Frauenbild stehen dahinter? Hier zeigt sich eine Schieflage der katholischen Kirche und eine extreme Abh\u00e4ngigkeit der (Ordens-)Frauen von einem geweihten Mann.<\/p>\n\n\n\n<p>Vielen von uns war klar: wir setzen uns nicht einfach vor den Fernseher oder einen Live-Stream. So hilfreich und wertvoll das f\u00fcr manche Gl\u00e4ubige, besonders f\u00fcr \u00e4ltere Menschen, Alleinstehende oder auch Mitschwestern in Quarant\u00e4ne gewesen sein mag; die medial konsumierte Feier kann die reale Feier nicht ersetzen. Es war und blieb f\u00fcr uns ein schmerzhafter Stich ins Herz, dem Zelebranten beim Kommunizieren zuzuschauen, ohne selbst teilhaben zu k\u00f6nnen. Als ebenso unm\u00f6glich haben wir Eucharistiefeiern mit Gemeinde ohne Kommunionspendung erlebt.<\/p>\n\n\n\n<p>Es stellen sich zentrale Fragen an das Eucharistieverst\u00e4ndnis: ist die Eucharistie eine gemeinsame Mahlfeier, oder ein exklusives Geschehen, das dem geweihten Priester vorbehalten ist? Das 2. Vatikanische Konzil formuliert hier sehr eindeutig: es geht darum, dass \u201calle, [die] durch Glauben und Taufe Kinder Gottes geworden [sind], sich versammeln (\u2026) und das Herrenmahl genie\u00dfen.\u201d (SC 10) Wir fragen uns: Ist die korrekt gefeierte Form wichtiger als der Inhalt? Wie sehr wird ernsthaft die Communio als zentral f\u00fcr die Eucharistiefeier angesehen? Weiter: Fassen die Regeln und Vorschriften das Sakramentsverst\u00e4ndnis nicht zu eng? Kann nicht \u201ealles zum wirksamen Zeichen der Gegenwart Gottes werden\u201c (Leonardo Boff), wenn es in mir \u2013 oder uns \u2013 auf Resonanz trifft?<\/p>\n\n\n\n<p>Warum muss das g\u00fcltig gefeierte Sakrament immer noch an der kirchengeschichtlich gewachsenen Entscheidung h\u00e4ngen, dass nur ein ehelos lebender Mann zum Priester geweiht werden kann? Warum k\u00f6nnen nicht endlich, um jeder Gemeinde die sonnt\u00e4gliche Eucharistiefeier mit einer Gemeinschaftserfahrung zu erm\u00f6glichen, Personen beiderlei Geschlechts aus der Gemeinde zu diesem Amt beauftragt werden \u2013 nat\u00fcrlich mit entsprechender Ausbildung?<\/p>\n\n\n\n<p>Wir erleben, dass das kirchliche Amtsverst\u00e4ndnis sehr stark in der Gefahr ist, ungute Machtverh\u00e4ltnisse zu zementieren \u2013 und das auf Kosten des Heilsgeschehens f\u00fcr alle Menschen. Dienen unsere sakramentalen Formen wirklich dem Leben oder hat sich das Leben nicht inzwischen den Formen unterzuordnen?<\/p>\n\n\n\n<p>Manchmal wurden solche Messen durch den Gedanken vom \u201estellvertretenden Gottesdienstfeiern\u201c gerechtfertigt. Wie ist die \u201cstellvertretende\u201d Feier zu verstehen? Es machte sich bei uns Unbehagen breit, wenn Bisch\u00f6fe\/Priester sehr gro\u00dfz\u00fcgig verk\u00fcndeten, dass sie stellvertretend f\u00fcr die abwesende Gemeinde Eucharistie feierten. Ja, auch das kann f\u00fcr manche Gl\u00e4ubige ein geistlicher Trost sein. Doch theologisch geh\u00f6ren Stellvertretung und Solidarit\u00e4t eng zusammen. Jesus lebte die Solidarit\u00e4t Gottes mit uns Menschen in der Menschwerdung und seinem Sterben und erst das begr\u00fcndete die M\u00f6glichkeit seiner Stellvertretung. F\u00fcr uns war es an mancher Stelle tr\u00f6stlicher, wenn auch Bisch\u00f6fe\/ Priester solidarisch mit allen Gl\u00e4ubigen auf die Eucharistiefeier verzichtet haben, denn eine Gemeinde kann ohne Priester keine Eucharistie feiern \u2013 umgekehrt gilt das Gleiche!!<\/p>\n\n\n\n<p>Wir haben in unseren Gemeinschaften in den vergangenen Wochen dennoch Mahlfeiern erlebt, die jede Engf\u00fchrung auf die Eucharistiefeier gesprengt haben. Wir haben Brot und Wein geteilt und vielf\u00e4ltige Erfahrungen zeigen, dass darin Jesus Christus als pr\u00e4sent erlebt wurde. Beim Abendmahl gab Jesus seinen Freunden den Auftrag: \u201cTut dies zu meinem Ged\u00e4chtnis\u201d (1Kor 11,24-25). Dabei geht es um viel mehr, als um reine Erinnerung. Es geht um Vergegenw\u00e4rtigung. F\u00fcr viele von uns ist dieser Gedanke zentral: Christen versammeln sich, von Jesus Christus eingeladen, und d\u00fcrfen erleben, dass Gott gegenw\u00e4rtig ist. Seine Gegenwart zeigt sich in der Gemeinschaft, in seinem Wort, in vielen weiteren Ereignissen der Feier und in besonderer Weise in Brot und Wein. Ist nicht dieser Moment der \u201eWandlung\u201c einzig an einen tiefen Glauben daran gebunden, dass sich Jesus wahrhaft in Seiner Ganzheit als ein geistiges Geschehen \u201erunter brechen l\u00e4sst\u201c in Brot und Wein? Dieses \u201eMysterium\u201c kann nicht an einen Mann mit Weihe gebunden sein.<\/p>\n\n\n\n<p>Die lebendigen Agape-Erfahrungen k\u00f6nnen nicht mit der Konsumierung von konsekrierten Hostien (\u201caus der Konserve\u201d) verglichen werden. Dieser Gang zum Tabernakel wurde immer wieder als Bruch in der Feier erlebt. Entscheidend ist der unbedingte und unverf\u00fcgbare Heilswille Gottes f\u00fcr alle Anwesenden. So erfuhren wir uns im gemeinsamen Feiern immer wieder als Eingeladene und Beschenkte \u2013 nicht als \u201cMacherinnen\u201d.<\/p>\n\n\n\n<p>So fasste schlie\u00dflich eine Schwester das gemeinsame Feiern zusammen:&nbsp;<em>\u201cIch habe noch nie in so viele strahlende Gesichter schauen d\u00fcrfen, die ber\u00fchrt und erf\u00fcllt von diesen Tagen und unserem Feiern waren. F\u00fcr mich war der Geist des Auferstandenen sehr sp\u00fcrbar unter uns wirksam, der in uns und mit uns etwas Wunderbares wirkte.\u201d<\/em><\/p>\n\n\n\n<p>In den Kontext der \u00dcberlegungen rund um die Eucharistiefeier geh\u00f6rt auch die Frage nach werkt\u00e4glichen und sonn-\/festt\u00e4glicher Feier. In sehr vielen Ordensregeln ist die m\u00f6glichst t\u00e4gliche Feier der Hl. Messe festgeschrieben. Wie gehen wir damit um, dass einige von uns in dieser erzwungenen \u201ceucharistiefreien\u201d Zeit die t\u00e4gliche Feier (die wir teilweise \u00fcber Jahrzehnte gewohnt waren!) nicht einmal vermisst haben?<\/p>\n\n\n\n<p>Als Ged\u00e4chtnis von Leiden, Tod und Auferstehung Jesu Christi hat die Eucharistiefeier ihren Platz am Sonntag, dem \u201cersten Tag der Woche\u201d \u2013 als Quelle und H\u00f6hepunkt, nicht als t\u00e4gliche Verpflichtung. In diesem Punkt besteht ein dringender Handlungsbedarf bei der Verfassung und Genehmigung von Ordensregeln.<\/p>\n\n\n\n<p>N\u00e4hrend und tragend wurde f\u00fcr viele von uns die Zeit der Kontemplation, der stillen Anbetung, das einfache Dasein in der Gegenwart Gottes, das gemeinsame Schweigen oder das H\u00f6ren und der Austausch \u00fcber das Wort Gottes. Als strukturierend f\u00fcr den Tag haben viele von uns das Stundengebet erfahren, das sowieso zu unserem \u201ct\u00e4glichen Brot\u201d geh\u00f6rt und dem wir besondere Aufmerksamkeit widmeten.<\/p>\n\n\n\n<p>Wir haben erfahren: der \u201cMangel\u201d f\u00fchrte zu einem echten Gewinn an geistlicher Tiefe und zu einer sehr gro\u00dfen Sensibilit\u00e4t f\u00fcr kostbare Kleinigkeiten: Gesten der zwischenmenschlichen Aufmerksamkeit, die Zeichen der Gegenwart Christi wurden. So haben die Erfahrungen dieser Zeit die Engf\u00fchrung auf die Eucharistiefeier aufgel\u00f6st und die organische Verbindung von Liturgie und Diakonie deutlich gemacht.<\/p>\n\n\n\n<p>In den Kontext zu liturgischen \u00dcberlegungen geh\u00f6ren schlie\u00dflich noch Fragen nach einer Verheutigung der liturgischen Sprache. Schwestern, die mit der Vorbereitung von liturgischen Feiern betraut waren, machten sich an die Umformulierung von Texten,&nbsp;<em>&#8222;so dass ich sie selbst ehrlich beten konnte. Bei der Durchf\u00fchrung der Liturgie war f\u00fcr mich sehr eindr\u00fccklich, dass ich selbst beten konnte und den Gebeten den Ausdruck verleihen konnte, den ich ihnen beimesse. Ich war auf einmal nicht mehr in der Rolle der Zuh\u00f6rerin, die sich nur mit standardisierten Antworten einbringen kann. Das f\u00fchlte sich f\u00fcr mich sehr gut an und war eine sehr andere Erfahrung.\u201d<\/em><\/p>\n\n\n\n<p>Daraus ergibt sich die brennende Frage: wie kann eine echte \u201cvolle, bewusste und t\u00e4tige Teilnahme\u201d (SC 14) gef\u00f6rdert werden? Manche Orationen sind so formuliert, dass viele von uns diese Texte kaum ertragen k\u00f6nnen. Wie mag es da erst Menschen gehen, die nicht wie wir eine jahrelange Einf\u00fchrung in die Liturgie(-geschichte) erhalten haben? So halten wir eine \u201c\u00dcbersetzungsarbeit\u201d von liturgischen Texten in die heutige Sprachwirklichkeit f\u00fcr unbedingt notwendig, weil sich der \u201ckraft g\u00f6ttlicher Einsetzung unver\u00e4nderliche Teil\u201d von Liturgie (SC 21) nicht auf die Formulierung von Gebetstexten beziehen kann.<\/p>\n\n\n\n<p>In diesem Zusammenhang ist die Frage zu stellen, wie eine alltagstaugliche Begegnung mit Gott besser erm\u00f6glicht werden kann. Die bisherige, oft institutionalisierte Religionspraxis, trennt gew\u00f6hnlich das Heilige vom Allt\u00e4glichen. Wir verweisen als unverzichtbare Anregung auf die Mystik als Erfahrungsweg (in Anlehnung an Martins Bubers \u201eIch und Du\u201c) und auf zahlreiche christliche Mystikerinnen und Mystiker, f\u00fcr deren Anregungen suchende Menschen empf\u00e4nglich sind.<\/p>\n\n\n\n<p>Hier stellt sich die Frage: wo ist in unserem kirchlichen und liturgischen Betrieb Raum f\u00fcr die Stille, f\u00fcr die pers\u00f6nliche, individuelle Gottesbegegnung?<\/p>\n\n\n\n<p>Viele Erfahrungen der vergangenen Monate lassen sich eng mit dem Emmausgeschehen in Verbindung bringen. So unternahmen Schwestern Spazierg\u00e4nge in der Haltung von Madeleine Delbrel: \u201eGeht hinaus ohne vorgefasste Ideen, ohne die Erwartung von M\u00fcdigkeit, ohne Plan von Gott; ohne Bescheidwissen \u00fcber ihn, ohne Enthusiasmus, ohne Bibliothek &#8211; geht so auf die Begegnung mit ihm zu. Brecht auf ohne Landkarte &#8211; und wisst, dass Gott unterwegs zu finden ist, und nicht erst am Ziel. Versucht nicht, ihn nach Originalrezepten zu finden, sondern lasst euch von ihm finden in der Armut eines banalen Lebens.\u201c<\/p>\n\n\n\n<p>Unsere Fragen an den \u201eSinn\u201c von Corona sind keineswegs gekl\u00e4rt. Nat\u00fcrlich waren wir manchmal traurig und verunsichert \u00fcber die Situation. Wir leiden mit allen Menschen, die krank sind und mit allen, die durch die sozialen und finanziellen Folgen der Pandemie schwer getroffen sind. Wir sind besorgt \u00fcber die furchtbaren Auswirkungen, die die Pandemie in den armen L\u00e4ndern unserer Erde jetzt schon hat und weiter h\u00f6chstwahrscheinlich haben wird. Besonders die starke Zunahme von (sexueller) Gewalt an Frauen und Kindern macht uns Sorgen. Wir versuchten, mit unseren M\u00f6glichkeiten, Not zu lindern und ansonsten, wie Madeleine Delbrel es beschreibt, ohne vorgefasste Ideen, ohne Plan von Gott, ohne Bibliothek unterwegs zu sein und die Unsicherheit nicht zu verdr\u00e4ngen.<\/p>\n\n\n\n<p>Gemeinsam Auf-dem-Weg-sein, zuh\u00f6rend, nachfragend, ausdeutend \u2013 Christusbegegnung mitten unter uns. Dieser Dienst der Martyria wurde von Frauen selbstverst\u00e4ndlich geleistet. Wir w\u00fcnschen, dass diesem kirchlich-vernachl\u00e4ssigten, aber wichtigen Bereich mehr Aufmerksamkeit gewidmet wird.<\/p>\n\n\n\n<p>Auch in unseren Gemeinschaften gab es Konflikte; Vers\u00f6hnung war wichtiger denn je. Wir haben erlebt, dass Fragen nach der Eucharistie Spannungen hervorgerufen haben. Nicht alle denken und empfinden gleich. Wir m\u00f6chten weiterhin in Respekt mit denen leben, die anders denken und f\u00fchlen. Aber wir m\u00fcssen unsere Fragen stellen und ernsthaft nach lebbaren und \u00fcberzeugenden Antworten suchen.<\/p>\n\n\n\n<p>Als Ordensfrauen leben wir Communio \u2013 Gemeinschaft im Glauben, als Schwestern, die sich nicht selbst gesucht, sondern in der Liebe Gottes gefunden haben. Wir haben die Gemeinschaft \u2013 trotz aller Konflikte &#8211; in diesen Wochen als zentralen Teil unseres Lebens neu erfahren: im aufeinander angewiesen sein, als sicherheitsgebend und tragend, als Raum der gelebten und geschenkten Vers\u00f6hnung und als Ort einer gro\u00dfen Charismenvielfalt, die sich endlich noch mehr entfalten konnte, weil Begabungen Raum bekamen.<\/p>\n\n\n\n<p>Es gibt f\u00fcr uns kein Zur\u00fcck mehr, hinter die Erfahrungen dieser Corona-Wochen 2020 \u2013 einer unglaublichen F\u00fclle in der verordneten Leere.<\/p>\n\n\n\n<p>Norbert Lohfink schrieb: \u201ePriester(in) sein hei\u00dft, Zeuge(in) des Wunders sein\u201c. In diesem Sinn leben wir \u201eOrdensfrauen f\u00fcr Menschenw\u00fcrde\u201c eine priesterliche Existenz und bezeugen die Wunder, die Gott getan hat.<\/p>\n\n\n\n<p>Wir hoffen, dass unsere Erfahrungen dazu beitragen, dass neue Wege gesucht und mutig gegangen werden.<\/p>\n\n\n\n<p><em>Ordensfrauen f\u00fcr Menschenw\u00fcrde<\/em>:<\/p>\n\n\n\n<p>Sr. Karolina Schweihofer, MC, M\u00fcnchen, Sprecherin<\/p>\n\n\n\n<p>Sr. Antonia Hippeli, OSB, Tutzing,<\/p>\n\n\n\n<p>Sr. Ulla Mariam Hoffmann OSB, Tutzing<\/p>\n\n\n\n<p>Sr. Mechthild Hommel OSB, Bernried<\/p>\n\n\n\n<p>Sr. Ruth Sch\u00f6nenberger OSB, Tutzing<\/p>\n\n\n\n<p>Sr. Susanne Schneider MC, M\u00fcnchen,<\/p>\n\n\n\n<p>Sr. Hildegard Schreier MC, Generalleiterin, M\u00fcnchen<\/p>\n\n\n\n<p>Sr. Veronika Sube OSB, Tutzing<\/p>\n\n\n\n<p>Sr. Sara Thiel, Schwestern vom G\u00f6ttlichen Erl\u00f6ser, M\u00fcnchen<\/p>\n\n\n\n<p>Sr. Hilmtrud Wendorff CJ, N\u00fcrnberg<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Ein Text der Gruppe \u201eOrdensfrauen f\u00fcr Menschenw\u00fcrde\u201c.<\/p>\n","protected":false},"featured_media":0,"parent":0,"template":"","categories":[],"class_list":["post-1454","meldung","type-meldung","status-publish","hentry"],"acf":[],"yoast_head":"<!-- This site is optimized with the Yoast SEO plugin v26.3 - https:\/\/yoast.com\/wordpress\/plugins\/seo\/ -->\n<title>F\u00fclle in der verordneten Leere - Reflexionen \u00fcber Ostererfahrungen w\u00e4hrend der Corona-Krise &#8211; 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